Törnbericht 2010:
Überführung von Hamburg nach Oostmahorn
(Teil 1)

Inhaltsverzeichnis

Fr., den 21. Mai 2010: Ankunft in Hamburg-Wedel

Sa., den 22. Mai 2010: Start von Hamburg bis Cuxhaven

So., den 23. Mai 2010: Norderney

Mo., den 24. Mai 2010: auf Norderney

Di., den 25. Mai 2010: Lauwersmeer

 

Kurzurlaub: Erstes Kennenlernen

Schiffstaufe

Weitere Törns:

Mit Bernhard von Oostmahorn nach Uitdam

Die Sommerreise mit Barbara

 

Fr., den 21. Mai 2010

Endlich ist es soweit: ich bin mit der Arbeit fertig und das Auto steht abfahrbereit gepackt auf dem Parkplatz. Es ist Freitag und die Pfingstfeiertage sind gekommen. Ich habe fünf freie Tage, um endlich mein „neues" Schiff von Hamburg nach Holland zu bringen.
Wochenlange Planungen gingen diesem langen Wochenende voraus: welche Route ist vom Hamburger Yachthafen Wedel nach den Niederlanden die günstigste, wann ist ein geeigneter Zeitpunkt, was muss alles besorgt werden?
Nachdem sich die Überfahrt in den Osterferien 2010 des Wetters und der Kälte wegen nicht realisieren ließ, wurde das Pfingstwochenende angepeilt: 5 Tage sollten reichen, mindestens einen großen der möglichen Streckenabschnitte zurückzulegen.

Und das waren die verschiedenen Optionen:

Hamburg-Norderney: Hamburg-City-Sporthafen –> Glückstadt (28) –> Cuxhaven (28) –> Großtonne Elbe (25) –> Norderney (65)
Summe: 146 sm

Option I: Norderney –> Delfzijl (35), ab da Staande-Mast-Route: –> Groningen (17) –> Lauwersmeer (26) –> Dokkum (26) –>Leuwaarden (26) –> Lemmer (36) –> Enkhuizen (17) –> Uitdam (20) oder den kürzeren Weg von Groningen nach Dokkum über den Van Starkenborgh-Kanal
Summe: 146 sm + 203 sm = 349 sm

Option II: Seeroute: Norderney –> Vlieland (80) –> Kornwerderzand (25) –> Stavoren (12) –> Enkhuizen (12) –> Uitdam (20)
Summe: 146 sm + 149 sm= 295 sm

Option III: Seeroute + Staande Mast: Norderney –> Lauwersmeer (51) –> Dokkum (26) –>Leuwaarden (26) –> Lemmer (36) –> Enkhuizen (17) –> Uitdam (20)
Summe: 146 sm + 176 sm = 322 sm

 

Törnberichte

   
   
2018 Törnbericht 2018: Polnische Ostseeküste bis Danzig
2017 Törnbericht:  Deutsche Ostseeküste bis Flensburg
2016 Richtung Kattegat - Dänemarks Norden
2015 Von Polen bis Heiligenhafen
2014 Einmal Lübeck-Dänische Südsee-Bornholm-Usedom
2013 Bis Rügen und zurück
2012 Vom Ijsselmeer in die Ostsee
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2011 Vom Ijsselmeer ins Watt
2010 Von Hamburg ins Lauwersmeer
   
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Egal, wie auch immer, im Stau auf der Autobahn nach Hamburg (an diesem Tag mehrere Stunden Vollsperrung wegen eines schweren Verkehrsunfalls) wird mir deutlich, dass das angepeilte Ziel Uitdam in diesen 5 Tagen (in der Nähe des "berühmten" Volendams) nicht zu schaffen ist. Wahrscheinlich kommen wir irgendwo bis nach den Niederlanden, den Rest muss ich später machen.

Jedenfalls, irgendwann irgendwo auf der A2 Richtung Hamburg ist gegen Nachmittag die Straße wieder frei. Eigentlich wollte ich am frühen Abend da sein, das Gepäck mit den Lebensmitteln einladen, mich mit dem Schiff vertraut machen und vor allem mit Michael über die Strecke reden. So sass ich zwei Stunden auf der Straße, links und rechts von Autos eingekeilt, nichts ging mehr, kein Vor und kein Zurück. Meine Leidensgenossen mit ihren Navis sind auch nicht besser dran, es gibt kein Entkommen.

Gegen 19 Uhr komme ich in Hamburg an, fahre zum Hamburger Yachthafen und finde auch per mobil-Kontakt schnell Michael mit dem Boot. Er hat am Donnerstag und Freitag alles klargemacht, die Fahrt von Curslack an der unteren Elbe nach Hamburg musste er mit gelegtem Mast alleine bewerkstelligen, beim Mast-Setzen hat Jan, der Segelmacher geholfen. So ist das Boot nun fertig, muss noch beladen und betankt werden und dann könnte es los gehen.

Der Hamburger Yachthafen Gemein-schaft Wedel hat ca. 2000 Liegeplätze. Das  Serviceangebot ist reichhaltig und reicht von der Ent-sorgung übers Tanken und Ein-kaufsmöglichkeiten bis zum Kranen. "Bis zur Stadt Wedel sind es etwa 30 Fuß-minuten. Nach Hamburg braucht die S-Bahn rund 40 Minuten. Der Hafen liegt recht reizvoll an der Elbe. Aber auch das Hinterland kann sich sehen lassen und lädt zu Yachthafen Wedel bei Hamburg
Abb. 1: Yachthafen Wedel bei Hamburg
Ausflügen ein. Dazu kommt das Panorama mit Blick auf den regen Schiffsverkehr auf der Elbe", schreibt das Hafenblatt.

Aber erst mal ist Essen angesagt, der Sporthafen hat ein ganz passables Restaurant und wir stillen unseren Hunger, bevor wir in der Dunkelheit mit dem Karren den Inhalt des Kofferraums meines Wagens auf das Schiff bringen.

Michael, der bisherige Eigner und für die Überfahrt Mitverantwortliche, belegt die Eigner-Kabine, ich liege in einer Hundekoje auf der Steuerbordseite. Nach mehrmaligem Hin und Her mit dem Karren ist es geschafft: das Schiff ist voll, der Kofferraum leer. Müde vom Tragen und von der langen, anstrengenden und heißen Fahrt schlafe ich ein, unruhig, was uns den nächsten Tag erwarten wird. de Widzi am Steg in Wedel von hinten
Abb. 2: de Widzi am Steg in Wedel von achtern

Sa., den 22. Mai 2010

Früh stehen wir auf und ich bekomme zum ersten Mal Gelegenheit, das Schiff ganz im Wasser zu sehen. Mit dem neuen Schriftzug de Widzi sieht es toll aus, und ich bin froh, es gekauft zu haben. Insgesamt macht das ganze Rigg, die Sprayhood, die Persenning und das laufende Gut einen zuverlässigen Eindruck.

Innen haben wir schon vor der Überfahrt neue Polster geordert, so dass das Interieur jetzt etwas heller und freundlicher geworden ist.Michael packt noch die Maststütze zusammen, die bei gelegtem Mast verwendet wird. Sie wird uns in den kommenden Monaten und Jahren ein ständiger treuer Begleiter sein. Dann eine kurze Fahrt zur Tankstelle und alles befüllt, was mit Diesel zu befüllen ist: der fest eingebaute Tank mit 30 l und zwei Ersatzkanister mit je 10 L. Das sollte erstmal reichen, zumindest bis Cuxhaven, dem ersten Stopp unserer langen Reise.  de Widzi am Steg in Wedel von der Seite
Abb. 3: de Widzi am Steg in Wedel von der Seite
Dann geht es vom Hafen raus auf die Elbe, und das erwartet uns: grauer, dicker, kalter Nebel. Die Sicht reicht, den Hafen zu überblicken, auf dem Strom selbst ist die Suppe noch dicker. Schemenhaft gleiten Frachter am anderen Ufer die Elbe rauf und runter, man erahnt mehr die Umrisse als dass man sie sieht. Wenn die Frachtschiffe nicht meistens beleuchtet wären, wäre es noch gespenstischer. Abfahrt vom Yachthafen Wedel bei Hamburg
Abb. 4: Abfahrt von Wedel in Nebel

 

Die Strecke Hamburg-Cuxhaven (22.05.2010)

 

Kartenausschnitt Elbe Hamburg bis Cuxhaven
Abb. 5: Strecke Hamburg-Wedel bis Cuxhaven

Es ist ein ganz schön langes Stück, die Elbe unter Richtung Cuxhaven. Der Strom wird immer breiter, stellenweise sieht man infolge des Nebels das andere Ufer nicht mehr. Nachdem wir die Randbezirke Hamburgs verlassen haben, wird die Landschaft immer ländlicher. Um Ebbe und Flut haben wir uns nicht gekümmert, der Motor läuft zuverlässig und Segeln kommt nicht in Frage: der Wind steht gegen an. Zwischendurch kommt so etwas raus wie Sonne, gleich wird es wärmer an Bord.

Gegen Nachmittag taucht Cuxhaven auf, wir fahren am Amerikahafen vorbei Richtung "Alte Liebe" und haben schon bald den Cuxhaven Yachthafen vor uns. Nachdem wir die Einfahrt passiert haben, bekommen wir noch in der 2. Reihe ein Plätzchen, nicht zu weit weg von den Toiletten, was in unserem Alter schon mal wichtig werden kann.
Über eine Stegbrücke gelangt man zum Hafengebäude, wo man bezahlt.

Wir mieten eine Box für eine Nacht und legen den Strom. Danach gehen wir in die Stadt zum Essen, kochen hat keiner Lust nach der langen Kälte brauchen wir schnell etwas Warmes für innen und außen und finden es in einem Restaurant ganz in der Nähe der "Alten Liebe". Nach Speis und Trank geht es zurück aufs Schiff, morgen müssen wir früh los, das ganze Riesenstück von Cuxhaven nach Norderney wartet auf uns. Bei der Einfahrt verzichten wir auf das Tanken, wir hatten keine Lust, bis zur Anmeldung zu laufen. Yachthafen Cuxhaven
Abb. 6: Yachthafen Cuxhaven

 

So., den 23. Mai 2010

Es ist wieder Nebel und dunkel, als wir am Sonntag, den 23. Mai, aufstehen. Diesmal müssen wir uns nach den Gezeiten richten, aber die Gezeiten nicht nach uns. Nach einem guten Frühstück (trotz meines angebrochenen Zahnes) fahren wir unter Motor raus auf die Elbe. Der Kartenplotter wird uns den Weg zeigen.

Kartenausschnitt Cuxhaven bis Norderney
Abb. 7: Strecke Cuxhaven-Norderney

Natürlich haben wir auch Papierkarten an Bord, wie sich das gehört: den neuesten Kartensatz vom BSH: 3015 Ostfriesische Inseln. Da das meine erste große Reise ist, bei der ich Verantwortung trage und nicht einfach nur „mit segle", habe ich wenig Erfahrung. So fehlt ein eingezeichneter Kurs, was Michael gar nicht gefällt: "Schlecht vorbereitet" lautet sein knappes Urteil! Und ich dachte, mit der Berechnung der Entfernungen und der Zeit, die wir brauchen, hätte ich schon eine Menge Vorbereitung geleistet. Puste Kuchen! ...

Nichtsdestotrotz orientieren wir uns in erster Linie am Plotter, erst nachher kommt heraus, dass die Software von 2009 stammt und bisher nicht aktualisiert wurde. Aber dazu später.

Das Wetter klart leider nicht auf. So etwas wie eine hellere Stelle am grauen Über-uns deutet die Sonne an, manchmal schafft sie es, sich durchzusetzen, aber die meiste Zeit ist dicke Suppe. Ohne Plotter hätten wir nichts „gesehen". Auch die Tonnen tauchen gerade dann auf, als wir schon schier drauf knallen. Und dem fehlenden Update sei Dank: Manche Tonnen sind nicht da, wo sie hingehören, andere schon, die gehören aber da nicht hin - jedenfalls laut Plotter! Zum Glück haben wir ja noch die Papierkarten. Wir überlegen, ob wir abbrechen oder weiterfahren. Ich bin für Weiterfahren, weil ich allein den Weg bis Holland nicht schaffe und wenn das Boot erst mal in Holland ist, die Entfernung nach Uitdam auf jeden Fall geringer und mit jemandem anders zu machen ist. Michael ist unentschieden: einerseits sieht er Gründe für weitermachen, andererseits für Abbruch. Die Hoffnung stirbt zuletzt, und deswegen fahren wir weiter.

Die Zeit gibt uns recht. Gegen Mittag kommt Wind auf, der Nebel lichtet sich etwas, wir setzen Segel, um Sprit zu sparen. Viel ist es nicht, was wir da auf einem Hart-am-Wind-Kurs vorwärtskommen, aber immerhin. Die Zeit streicht vorbei, es wird allmählich dunkel, und kein Land in Sicht. Der Regen hat zugenommen, es wird ungemütlich. Wenn das Schiff vorne in die See einbricht, klatscht das Wasser gegen die Sprayhood. Wir machen den Niedergang zu und sind froh, einigermaßen warm (vorerst!) angezogen zu sein - leider ohne Gummistiefel. Die sind unter Deck, im Schrank. Derweil werden meine Füße immer nässer und von innen immer kälter, der Zahn tut weh und stellenweise wird mir leicht übel. Aber das gibt’s doch nicht, mir wird doch nie übel! Der Regen nimmt zu, von oben kommt Süßwasser, von vorne Salzwasser. Wer sich nicht rechtzeitig weg geduckt hat, bekommt eins in die „Fresse", rein wassermäßig gesehen. Ansonsten ist die Stimmung prima! Während einiger kurzer Abschnitte, in denen es weniger schaukelt, macht Michael eine Suppe und kramt Schokolade, Kekse, Bananen und Riegel hervor. Die Zeit vergeht, wir sind von Wasser umgeben, es wird immer dunkler und auf einmal ist es Nacht. In der Ferne tuten die dicken Pötte, wir wissen sicher, dass wir diesseits der Verkehrsstraßen sind, wenigstens das stimmt. Der Regen lässt mal wieder nach, dafür auch der Wind, und wir holen das Groß rein. Motor an, Gott sei Dank, zuverlässig springt er an und wir tuckern durch die Dunkelheit.

Doch leider meint es das Schicksal nicht besonders gut mit uns: auf einmal rumpelt es, und noch einmal und wo mindestens 6 Meter Wasser unterm Kiel sein müssten, ist auf einmal eine Sandbank, eine kleine Welle, und dann noch eine Sandbank.

Der Nebel hat wieder zugenommen, wir wissen nicht genau, wo wir sind, irgendwo vor Norderney. Auf der Backbordseite sieht man im Nebel eine riesige Leuchterkette, ich stelle mir einen Riesentanker vor. Aber das kann ja nicht sein, die Verkehrsstraße liegt steuerbord, das Lichterungetüm auf der Backbordseite. Außerdem bewegt sich nichts. Nach einiger Zeit wird mit klar, dass das die Lichterkette der Hotelburgen von Norderney ist, vom Nebel umhüllt, wie ein riesiges stillstehendes Geisterschiff. Norderney bei Nacht von See aus
Abb. 8: So sah Norderney von See aus, nur noch ein bisschen unheimlicher

Aufatmend kann ich mich jetzt mehr um meine Übelkeit kümmern: infolge des kaputten Zahns hatte ich wohl mein Frühstück zu wenig gekaut. Es kommt da raus, wo es rein gekommen war, und ich lasse es zu. Danach geht es mir besser, zumal wir jetzt keinen Regen mehr haben und Michael - umsichtig wie er ist - einen Anker geworfen hat und die Nebelleuchte eingeschaltet ist (oder war’s das Topplicht?) .

Michael legt sich hin, ich kann sowie so nicht schlafen, und genieße die Nacht und die Ruhe. Hellblau-türkisgrün leuchtende Quallen tauchen im Wasser auf und gleiten am Schiff vorbei, nach ein paar Metern sind sie nicht mehr zu sehen. Wie ein Strom, lautloses Gleiten, ankommen und verschwinden. Es ist geheimnisvoll. Und dennoch fühle ich mich sicher, das Schiff unsere rettende Insel. Es ist absolut ruhig, das Meer schaukelt leise vor sich hin, irgendwo in der Ferne tuten mal ein paar dicke Pötte. Wir sind hier sicher vor Anker, wissen nur nicht genau, wo wird sind, jedenfalls in der Nähe von Norderney.

Gegen fünf Uhr morgens wird es hell, die gespenstische Lichterkette am Horizont erweist sich als Kette der beleuchteten Hotels und Bettenburgen an der Nordküste von Norderney und nicht weit von uns steht backbords die Fahrwassertonne im Strom: die D8, die eigentlich blinken sollte und die auf dem Tonnenstrich durch die Nordergründe liegt. Aber nichts blinkt, während der Nacht war es zappenduster! Wir stehen also mitten im Fahrwasser des Dovetiefs: Schwein gehabt, dass keiner des Nachts auf uns drauf geknallt ist. Großes Aufatmen!

Schnell springt der Motor an und wir tuckern im betonnten Fahrwasser nach Norderney: 24 Stunden waren wir jetzt unterwegs. Wir finden bald eine grün gekennzeichnete Box und machen fest. Nur noch schlafen, vorher was essen, aber um sechs Uhr früh ist es schwer, auf Norderny Brötchen zu finden, wenn man sich nicht auskennt. So machen wir Bordfrühstück und Michael macht sich auf in die Stadt, er stromert so ein bisschen ums Hafengelände herum.


Mo., den 24. Mai 2010
Nach ein paar Stunden Schlaf finde ich ihn im Hafencafe, vor sich ein 2. Frühstück. Danach verbringen wir einen ruhigen Tag (24. Mai) an Bord, für gestern und heute haben wir genug geleistet. Es gibt ja noch so viel zu klären, was das Schiff betrifft: die elektrische Anlage, die Schaltung der Batterien, der verschiedenen Lampen und Leuchten, Die Motor-Wartung, Seeventile, die Schalttafel, Lenzpumpen usw. usf. Dann natürlich das laufende Gut, wie der Motor zu starten ist, den Wechsel der Zink-Anoden jedes Jahr und vieles andere mehr. So ein Segelboot ist ja ein Kosmos für sich, bis man alles kennt, können Monate und Jahre vergehen. Norderney Sportboothafen
Abb. 9: Yachthafen Norderney

Di., den 25. Mai 2010

Am Dienstag, den 25. Mai machen wir uns früh auf den Weg. Bis nach Lauwersmeer/Lauwersoog müssen wir es heute schaffen, einen Zwischenstopp in Borkum haben wir nicht eingerechnet. Morgen, am Mi, muss es ja auch bereits wieder nach Hause gehen, d.h. wir haben dann noch die Fahrt nach Hamburg vor uns.
Kartenausschnitt Norderney bis Lauwersoog
Abb. 10: Die vorerst letzte Etappe von Norderney nach Lauwersoog

Doch erst steht mal das Seegatt von Norderney vor uns. Da wir keine Rücksicht auf die Gezeiten genommen haben, überrascht es uns irgendwie nicht, dass da, wo Strömung und Wind zusammen kommen, die See sehr unruhig ist. Aber nach ungefähr einer viertel bis halben Stunde haben wir auch dieses kritische Stück geschafft und sind endlich auf der „freien" Nordsee. Da wir unter Zeitdruck stehen, lassen wir die Maschine laufen, der Wind kommt raumschots, mit der Zeit immer achterlicher. Das ist günstig für uns, aber auch leicht gruselig: die hohen Nordseewellen kommen von hinten, überholen uns, wir steigen wie in einem Fahrstuhl und fallen, dann die nächste Welle, die uns wieder hebt, usw. Wer am Ruder sitzt, muss höllisch aufpassen, dass das Schiff richtig zu den Wellen liegt. Ich komme mir vor wie auf einer Kirmes-Schiffschaukel: hoch, dann runter, jetzt die Welle von hinten - wieder hoch und dann runter. Es ist atemberaubend, anstrengend und irgendwie ein tolles Gefühl. Das Schiff vermittelt Sicherheit, zudem scheint die Sonne und es ist nicht mehr so kalt. Nach wie vor gibt es ungewollte Duschen, wenn mal ein Brecher von vorne gegen den Bug klatscht, aber insgesamt ein schöneres Fahren als am zweiten Tag nach Norderney. Endlos zieht sich die Insel Juist dahin. Und das ist erst der Anfang. Strand-Strand und nochmals Strand. Kein Mensch darauf, die Sonne scheint, der Wind pfeift und zehrt einen aus. Nach Juist eine kurze Pause, kann kommt Borkum in Sicht, nicht so lang gezogen. Bald ist auch Borkum vorbau und nach dem Rottumerplaat erscheint Schiermonnikoog, noch länger als Juist. Es dauert eine gefühlte Ewigkeit, bis wir endlich die beiden Tonnen PL3 und PL4 erkennen, die über das Plaatgat in das Fahrwasser von Schiermonnikoog führen.

In der Höhe von PL 9/Pl 10 erwartet uns eine Überraschung: ein Schnellboot der holländischen Küstenwache kommt auf uns zu. Das Mutterschiff war schon einige Zeit vorher in Sicht gewesen, aber es war nicht zu erkennen, was die vor hatten. Es hatte uns nur „begleitet”, als wir noch im Ooster Buitengrond waren. Nach kurzes Fahrt ist das Schnellboot mit drei Mann Besatzung längsseits. Ausgesprochen höflich fragen sie uns, ob sie an Bord dürften. Wir geben die Zustimmung, haben wir doch nichts an Bord, was irgendwelcher Formalitäten oder Formulare bedürfte. Sie lassen sich unsere Pässe zeigen, wobei sich herausstellt, dass nur ich einen Personalausweis dabei habe. Michael hat alles in Wedel liegengelassen, er hat kein einziges Dokument bei sich, was ihn identifizieren könnte - außer der Namensangabe auf seine Segeljacke. Aber auch damit geben sich die holländischen Küstenwachtler zufrieden, sie werfen keinen Blick ins Boot-Innere, keine Kontrolle von irgendwelchen Führerscheinen oder Funklizenzen. Nach einem kurzen telefonischen Datenaustausch mit dem Mutterschiff entschuldigen sich die Holländer, sie geben auch keine Erklärung, um was es sich gehandelt haben könnte. Mit meinen mageren niederländischen Sprachkenntnissen bekomme ich mit, dass sie jemanden suchen, der so aussehen könnte wie ich - na prima, Supereinstand in den Niederlanden. Aber ich bin zum Glück nicht der Gesuchte, Drogen haben wir auch keine an Bord, nicht mal Alkohol und ausgesprochen freundlich verlassen uns die Beamten wieder.

Auch wenn es wie eine Begegnung mit einem anderen Stern war - wer hat schon mal Kontakt zu niederländischen Grenzschätzern - die betonte Höflichkeit und der respektvolle Umgang mit uns Deutschen war schon bemerkenswert. Wir reisten ja von außen ein, wir hätten alles mögliche mitbringen und einschleusen können und die Niederländer wissen wohl, dass gar nicht alle Segelyachten zu kontrollieren sind. Wahrscheinlich kommen die meisten "ausländischen" Segelboote über die westfriesischen Inseln, also über Den Oever und Kornwerderzand ins Land, und nur weniger über die Fahrt zum Lauwersmeer. Andererseits: wer von Osten, aus deutscher Richtung kommt, steuert Lauwersmeer an, das doch wesentlich entspannter zum Ijsselmeer führt. Naja, wie auch immer: wir hatten unser See-Abenteuer und das bei schönstem Wetter und mildem Wind. Und weil das so gut gelaufen war, schließlich reichte die Identifizierung über einen Namen in der Segeljacke, steuerten wir unverdrossen die Robbengatsluis in Lauwersoog an. Und da passierte, was irgendwann ja mal passieren musste: mitten in der Schleuse ging der Motor aus. Ein unfreundlicher Holländer empörte sich, dass er mit seinem dicken Kahn nicht an uns vorbeikam, es gibt also auch solche Holländer. Andere halfen uns, an einer Barke festzumachen, wo wir nachtanken konnten, denn das war alles: der Diesel war alle und da wir keine Tankuhr hatten, und vor lauter Aufregung um die holländischen Grenzer das Nachtanken vergessen hatten, passierte es eben jetzt.

Oostmahorn bietet auf den ersten Blick vor allem eins: Ruhe, Ruhe und nochmals Ruhe. Am Steg gibt es Strom und Wasser, eine Tankstelle und ein Kran sind auch da. Ein kleines Café, in dem es auch das eine oder andere zu Essen gibt, stillt kurzfristigen Hunger. Hier befindet sich auch der Hafenkontor. Die Duschen und sanitären Anlagen werden laut website überholt, damals - 2010 - luden sie nicht gerade zum Verweilen ein. Auf dem Deich gibt es ein großes Restaurant, teuer, schlechter Service, nicht empfehlenswert. Und in der Nähe, über den Deich erreichbar, gibt es Touristendorf Esonstad, eine künstliche Stadt mit Wasser, Brücken, Kahnanlegesteg, Restaurants, Kneipen, Geschäften, so eine Mischung aus Disney-Land und Alt-Holland. Die Wohnungen werden vermietet, das ganze ist mit einem Spielplatz und wohl zahlreichen Recreatie-Möglichkeiten versehen. "Landal Esonstad liegt in einer wasserreichen Landschaft mit Deichen und Warften am Lauwersmeer. Hier fühlt man sich zurückversetzt in die Ära der großen Seefahrergeschichte Hollands", schreibt die website

Gegen fünf Uhr Nachmittags machen wir fest, räumen unsere Taschen ein und das Schiff auf und Inge wird per Handy hier her geleitet. Nach kurzer Zeit findet sie uns, noch ein letzter Blick zurück und wir verlassen Oostmahorn und damit den ersten Teil der Reise von der Nordsee ins Ijsselmeer.

Bildquellen:

Abb. 1: www.Portmaps.com
Abb. 2: eigenes Foto
Abb. 3: eigenes Foto
Abb. 4: eigenes Foto
Abb. 5: www.Portmaps.com
Abb. 6: www.Portmaps.com
Abb. 7: www.Portmaps.com
Abb. 8: Norderney bei Nacht, von nordseewolf.de
Abb. 9: Hafenluftbild, vom Hafenmeister Norderneyy
Abb. 10: www.Portmaps.com

 

 

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Kurzurlaub: Erstes Kennenlernen

vom Mittwoch, 02. Juni bis Samstag, 05. Juni 2010

Es ist Mittwoch, der 2. Juni 2010. Die Yacht liegt in Oostmahorn und wir beschließen, einige Tage Urlaub auf dem neuen Schiff zu machen. Fronleichnam und ein beweglicher Ferientag verhelfen uns zu einem etwas längeren arbeitsfreien Wochenende.
Aus dem Logbuch: „Mittwoch, 02.06.2010: Fahrt mittags von Moers nach Oostmahorn. Einfach raus. Hier: Sonne satt, relativ warm. Schiff einrichten, Funkgerät anschließen, Schiff kennen lernen, ausspannen.”

Vom Donnerstag, den 03. Juni vermerkt das Logbuch wenig: „Ruhe- und Entspannungstag, Basteltag. Einräumen, den Hafen genießen, in der Sonne sitzen, nichts tun.”

Für Freitag, den 4. Juni hat das Logbuch auch nur einen Ein-Zeiler: ”Wie Vortag, weiter einräumen, ausruhen, zum Einkaufen fahren, entspannen, nichts tun, Sonne genießen.”

Am Samstag, den 05. Juni ist im Logbuch notiert: „Fahrt nach Uitdam. Verkaufsbesuch von Willmer. Schiff ausräumen und aufräumen, klar machen zum Kranen, Mast und Rigg (der Hobbit) abbauen, Kranen ca. 14 Uhr. Trailer: ein Reifen defekt. Ersatzrad ebenfalls kaputtes Ventil. Fahrt nach Monnickendam erfolglos. Ein Reifen ist mit Wasser gefüllt, hält sich aber. Verkaufsgespräch erfolglos. Abfahrt abends nach Moers. Kneipe: Grieche. Sonntags: Ruhetag.”

Im Nachhinein weiß ich nur noch, dass der Interessent, der mit einem Segelkameraden aus der Nähe von Hannover (?) nach Uitdam kam und sich die Sprinta 70, die „Hobbit” anschaute, permanent mit abwertenden Äußerungen über das Schiff um sich warf: „Oah, wie schmutzig! Bäh,...” usw. Was hatten sie sich denn vorgestellt für 10.000 Euro , eine Luxusyacht? Die Hobbit war nun mal ein gebrauchtes Schiff, ich war der 5. Besitzer, da konnte man nicht all zu viel erwarten.
Und stressig war natürlich, dass an diesem Trailer, der bis dahin über den Winter in Uitdam gestanden hatte, nichts funktionierte. Ein Reifen platt, der Ersatzreifen mit Wasser drinne und ebenfalls platt, in Monickendam am Samstagnachmittag kein Reifen aufzutreiben, Fahrerei hin und Fahrerei her. Aber wenigstens schien die Sonne und es regnete nicht.
Es war ein Tag voller Anspannung, voller Frustration und wir waren reichlich froh, abends wieder zuhause sein zu können.


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Schiffstaufe

Von Freitag, 18. Juni bis Samstag, 19. Juni

Wir fahren mit Ute nach Oostmahorn. Zu unserer „neuen” alten Segelyacht, der „de Widzi”, jetzt „de Widzi I”, weil es auch inzwischen eine „II” gibt. Aber das ist eine andere längere Geschichte.


Aus dem Logbuch: „Fr., 18. Juni 2010: Fahrt gegen 15 Uhr nach Oostmahorn mit Ute. Stürmisch, kalt, regnerisch. Die Nacht über Windstärke 5 im Hafen. Im Dorf ist eine Urlaubsanlage. Essen gegangen.”

Ziel dieses Wochenendes ist die Taufe des Schiffes. Der alte Schiffsnamen wurde bereits vom Vorbesitzer entfernt und das Schiff erhielt den Namenszug „de Widzi”, schön groß, an beiden Bugseiten und achtern. Dafür passte dann hinten keine DSV-Schiffsnummer mehr hin, was uns später Ärger und Kosten bereiten sollte.

Am Samstag, den 19. Juni, war dann die Taufe, mit Sekt und Brötchen.
Ute hielt die Taufrede: „Liebes Schiff, liebe Barbara, lieber Chris, wir haben uns heute hier zusammengefunden, um euer gemeinsames Leben einzuweihen und dir, liebes Schiff, einen neuen Namen zu geben. Es ist mir eine große Ehre, dass ihr mich dazu eingeladen habt.
Du hast schon viele Besatzungen sicher und treu durch See und Meer geführt und ihnen schöne Fahrten bereitet. Dafür danken wir dir. Aber ab heute wirst du noch viel schönere Stunden mit Chris und Barbara und ihren Freunden haben. Ein neuer Lebensabschnitt beginnt nun für dich und euch. Und deshalb treten wir hier zur Taufe an.

Liebes Schiff,
ich taufe dich auf den Namen DE WIDZI. Das bedeutet, DER WEG IST DAS ZIEL.
Mit DE WIDZI wünsche ich der Besatzung allzeit gute Fahrt und dir, liebes Schiff, stets mehr als eine Handbreit Wasser unter dem Kiel.. Dann kann’s mal losgehen mit ‘nem dreimaligen Hipp hipp hipp hurra!
Oostmahorn-Niederlande, den 19. Juni 2010"

Am So., den 20. Juni, fuhren wir dann alle drei wieder nach Moers und Ute am Montag weiter nach Süddeutschland.


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Mit Bernhard von Oostmahorn nach Uitdam

Von Freitag., 16. Juli bis Dienstag, den 27. Juli


Freitag, den 16. Juli: Ankunft von Bernhard in Duisburg und Fahrt nach Oostmahorn

Es ist der 2. Ferientag der Großen Ferien 2010 in NRW. Und wir wollen „de Widzi” nach Uitdam bringen, unserem Noch-Heimathafen in den Niederlanden am Marker Meer. Für diesen Tag, nach zweieinhalb Stunden Autofahrt von Moers aus, - es scheint die Sonne und es ist einigermaßen warm - bleibt uns nur noch der Einkauf, wobei ich aus der zeitlichen Entfernung gar nicht mehr weiß, wo wir in Oostmahorn eingekauft haben. Aber es gab da einen Laden im Dorf Anjum in der Nähe

Der nächste Tag, es ist 10.20 Uhr, wir legen ab. Ein erhebendes Gefühl, wenn die Leinen los sind, das Schiff ganz langsam rückwärts aus der Box heraus fährt, eine Kurve nach links oder rechts beschreibt, je nachdem wie der Wind steht und dann kraftvoll das Ruder herumgelegt wird, der Gashebel ein Stück nach vorne geschoben und das Boot Fahrt aufnimmt, aus der Boxengasse heraus in das offene Hafenwasser und dann Richtung Hafenmole, hinaus auf den Kanal, die Zufahrtsstraße oder auch gleich das offene Meer.

Wir versuchen es einige Minuten mit der Genua, aber mehr als 20 Minuten lässt sie sich nicht halten, entweder war der Wind zu schwach oder aus der falschen Richtung. Immerhin kann man von Oostmahorn im Gewässer des Nationalparks Lauwersmeer eine Weile segeln, bis man in den Senneroog gelangt, der sich dann zum Dokkumer Djip verjüngt. Mit stehendem Mast fahren wir unter Motor auf der Staandemastroute Richtung Dokkum und queren gegen Mittag erst mal die Woudabrug bei Ee, vor der wir bis 13 Uhr warten müssen. Unser Ziel ist erst mal Dokkum, hier machen wir vor der Woudpoortbrug fest. Für 8,50 € bekommen wir einen Liegeplatz für die Nacht, für Gebäck und Kuchen geben wir noch ein paar Euros aus.

Am Sonntag, den 18. Juli starten wir von Dokkum aus nach Leeuwarden. Früh um 9 Uhr legen wir ab, das heißt, dann um sieben Uhr morgens spätestens aufstehen, das tagtägliche Procedere von Waschen in den Toilettenräumen, Frühstücken, aufräumen, abwaschen, Klamotten anziehen, Rettungswesten herausholen, Regenzeugs oder Schlechtwetterkleidung usw. usf. Das alles sind Routinen, mit der Zeit denkt man nicht mehr darüber nach, man macht es einfach. Etwas nach viertel nach zwölf sind wir an der Norderbrug angelangt, auch hier müssen wir wieder warten bis 13 Uhr, weil die Brückenwärter Mittagsruhe haben.

In Leeuwarden sind es mindestens fünf Brücken, die wir unterfahren müssen, teilweise warten sie schon im geöffneten Zustand auf uns, teilweise müssen wir auch für ein paar Minuten Halt machen, um dem Brückenwärter die Gelegenheit zum Öffnen zu geben. Aber alles geht sehr zügig vor sich. Auf unserer Fahrt durch die Kanäle sehen wir zahlreiche Wohnboote, auf denen vor allem junge Leute wohnen.

Am Montag, den 19. Juli ist unser Ziel das Sneeker Meer. Wieder sind wir früh aufgestanden, kurz vor 10 Uhr werden die Leinen losgemacht und es geht erst mal an die Tankstelle. Knapp eineinhalb Stunden später sind wir schon in Grou, wo wir eine längere Pause machen. Am Ende des Tages erreichen wir den Pavillon am Sneeker Meer, in dem wir uns eine leckere Abendmahlzeit gönnen. Es ist nicht billig hier, aber das war es uns wert. In Grou (Grow) können wir in einem Supermarket einkaufen, um unsere Proviantvorräte wieder aufzufüllen. Die Liegegebühr hält sich in Grenzen.

Am nächsten Tag, dem 20. Juli geht es weiter nach Lemmer. Wieder legen wir früh ab, und erreichen gegen Mittag die Schleuse in Lemmer. Nach 13 Uhr sind wir durchgeschleust, jetzt liegt das Ijsselmeer vor uns. Gegen halb zwei erreichen wir den Yachthafen Friese Hook, für heute war es genug.
Abends gibt es Tappas in einer Bar und Wein. Hier sind die Liegegebühren schon höher, Lemmer ist ja auch ein wichtiger Yachthafen.

Am Mittwoch, den 21. Juli geht es weiter Richtung Hindeloopen. Wie gestern wird kurz nach neun Uhr abgelegt und mit beiden Segeln sind wir fast fünf Stunden am Wind, um am Nachmittag Hindeloopen zu erreichen, das niederländische „Köln am Ijsselmeer”, so genannt wegen der vielen deutschen Jachten, die vielfach nach Schwarzgeld aussehen. Hier zahlen wir schon über 20 Euro Liegegeld, und auch der Supermarkt ist nicht gerade billig, aber immerhin gibt es einen.

Am Donnerstag, den 22. Juli, fahren wir von Hindeloopen über das Ijsselmeer nach Andijk, quasi an das gegenüberliegende Ufer. Bevor wir loslegen können, müssen wir noch tanken. Die Tankstelle ist mir noch gut in Erinnerung, hatte ich doch mal für den Außenborder der Sprinta 70, der „Hobbit”, Diesel getankt statt Benzin, was dem Motor gar nicht gut tat. Umständliche und aufwendige Reinigung waren die Folge, es kostete uns mindestens einen Tag Zeit, bis der Motor wieder in Ordnung war. Dass mir dann beim zweiten mal Tanken nochmal das Gleiche passierte, darf man gar nicht laut sagen, aber so ist es nun mal. Es ist passiert, das was nicht passieren durfte. Der Mensch ist eben vor keinem Fehler durch sich selbst gefeit.

Auf jeden Fall geht diesmal alles gut, viertel vor zehn können wir die Tankstelle am Hafenbüro verlassen und wenige Minuten darauf die Genua hochziehen. Über fünf Stunden sind wir mit beiden Segeln unterwegs, bis wir um vier Uhr in Andijk anlegen, dem schönen Hafen, der später für wenige Jahre unser Domizil im Ijsselmeer wird.

Andijk war noch nie billig, aber es ist ein schöner, geschützter Hafen in der Bucht von Medemblik. Auch zum Einkaufen in den Supermarkt ist es nicht weit. Und der Hafen bietet eine gute Infrastruktur, einen Segelladen, Service- und Reparaturbetriebe, und man kann sein Schiff über den Winter hier lagern. Über die Straße hinweg gibt es ein gemütliches Restaurant, aber all diese Punkte haben wir erst später herausbekommen. Und die Toiletten: einfach edel. Okay, die WCs sind etwas klaustrophobisch klein, aber man braucht sie ja auch nur einmal am Tag.

Am Freitag, den 23. Juli geht es über das Ijsselmeer nach Urk, der kleinen und in Teilen auch romantischen Stadt. Aber mit Segeln ist heute nichts drin, der Motor muss es bringen, und so legen wir nach etwas mehr als vier Stunden im neuen und renovierten Hafen (mit EU-Geldern!) an. Essen gehen und Supermarkt sind nicht ganz billig, aber für heute war es genug, da muss nicht auch noch Kochen drin sein.
Wir machen heute die erste Erfahrung mit der Ijsselmeerfliege und ihrer explosionsartigen Vermehrung. Kein Wind, das Wasser ist seit Tagen warm und aufgeheizt, und sehr sehr grün, was auf eine hohe Nährstoffbelastung hinweist. Bereits ab Andijk setzt sich das Schiff mit Fliegen immer mehr zu, bis alles, das Deck, die Persenning, der Boden, überall wo Stoff ist, mit Fliegen bedeckt. Erst in Urk ist genug Wind, um sie wegzuwehen, der Rest muss mit dem Wasserschlauch beseitigt werden.
Die Selbststeueranlage wurde heute eingesetzt, aber sie setzt immer wieder aus. Offensichtlich müssen die Anschlüsse neu verdrahtet werden.

Am Samstag, den 24. Juli: Heute wollen wir nach Lelystad. Die Stadt mit der den Seglern wohlbekannten Schleuse liegt auf der Ostseite des Ijsselmeeres und ist einer der beiden Übergänge ins Markermeer. Der andere Übergang ist Enkhuizen, auch eine sehr schöne alte Stadt.
Von Urk nach Lelystadt, in die Flevo-Marina sind es gerade mal zwei Stunden Fahrt. Wir segeln Raumschotskurs mit der Genua alleine und machen 7,6 Knoten. Bernhard ist begeistert ob des schnellen Schiffes.

Und weil der gestrige Segeltag so schön war, versuchen wir es heute noch einmal auf dem Weg nach Hoorn, das wir am Sonntag, den 25. Juli ansteuern. Hoorn ist ebenfalls eine alte, schöne Stadt, die man gesehen haben muss. Schließlich stammt der Name der berühmtesten „Ecke” der Welt, des Kap Hoorn, von dieser Stadt ab. Aber mehr als zwei Stunden Segeln sind nicht drin, dann schläft der Wind ein, die Besatzung übrigens auch. Wir kommen in der schönen alten Anlage des Segelclubs unter, im Schatten hoher Bäume und in Gehminutennähe zur Altstadt.

Am Montag, den 26. Juli geht auf dieser Küstenseite nach Süden, nach Edam. Keine drei Stunden, der größte Teil unter Segeln. Vom Edamer Hafen muss man ein ganzes Stück in die Stadt laufen, aber das tut uns gut. Wir besichtigen die sehenswerte Altstadt, den Käsemarkt, die ausgestellten Holzschuhe, die heue kein Niederländer mehr anzieht.

Jetzt noch ein paar Seemeilen südwärts, am Dienstag, den 27. Juli, dann sind wir in Uitdam, dem Ziel unserer Reise, unserem Sommer- und Winterliegeplatz seit 2005. Drei Stunden brauchen wir, bis wir Uitdam erreichen, zum Teil unter Segeln, zum Teil unter Motor.

Am Mittwoch, den 28. Juli, muss Bernhard zurück. Also sind wir in ca. zweieinhalb Stunden wieder in Moers, um, ihn rechtzeitig zur Bahn zu bringen. Ein Auto steht jetzt in Oostmahorn, mal sehen, wann wir es wieder abholen können.

Wenn ich nachdenke und zähle, dann bin ich diese Strecke schön öfters gefahren.
1994, die Überführung einer Yacht von Kiel nach den Niederlanden, über die „Dänische Südsee”, dann Nord-Ostsee-Kanal, Brunsbüttel, Helgoland, Oostmahorn, dann die Staandemastroute nach Lelystadt.
2010, die hier beschriebene Überführung von „de Widzi I” von Hamburg über Cuxhaven und Norderney nach Oostmahorn, in der zweiten Tour von dort bis nach Uitdam, auch über Lelystad.
2012, die Rückreise von Andijk über Oostmahorn, Delfzijl, die Kanäle in Norddeutschland nach Otterndorf an der Elbe, dann Hamburg und wieder Kanäle bis Lübeck.
Zweimal Staandemastroute von der Nordsee ins Markermeer, einmal umgekehrt.
Und doch ist mir 2010 das Meiste von den vielen Eindrücken wie neu gewesen. Hätte ich damals einen Reisebericht von 1994 gehabt, wäre die Tour sicher anders verlaufen. Zumindest, was die Erinnerung betrifft.


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Die Sommerreise mit Barbara

Vom Mittwoch , den 04. August bis 16. August

Mittwoch, den 4. August

Als wir am späten Nachmittag in Uitdam ankommen, bläst ein kräftiger Wind im kleinen Hafen am Markermeer. Uitdam, wo ist das denn, fragen viele, wenn sie wissen wollen, wo wir mit unserem Schiff liegen, im Sommer, und auch im Winter. Südlich von Monnickendam und dem berühmten Volendam, ist dann unsere Antwort, weil eine von den beiden Städten den meisten doch bekannt ist. Ansonsten ist Uitdam eher unter Campern bekannt, weil ein großer Campingplatz der Hauptarbeitgeber des kleinen Ortes ist, der nur wenige Häuser umfasst, ein paar Bauernhöfe ringsherum, aber sonst nicht viel Tourismus. Und auch für den großen Campingplatz gibt es nur ein Lokal, eine Tanzbar, einen SPAR-Laden, und das alles recht teuer. Aber das ist wieder eine andere Geschichte. Vor allem, was wir zusammen mit der „Hobbit” in Uitdam erlebt haben, von 2005 bis 2009, das ist eine ganz andere Geschichte. Aber die wird nicht hier erzählt.

Für diesen Tag sind im Logbuch nur einige Wettermeldungen verzeichnet: „Wettervorhersage vom 04.08. Um 17 Uhr: 12-Stunden-Voraussage. Ijsselmeer SW-W, um 4 Bft, nw-drehend, Schauer- und Gewitterböen.” Die 5-Tage-Vorhersage ist nicht lesbar. Ja, so ist sie, die kleine Wetterinfobox WIB1 von Mörer, die die Wetterdaten des Deutschen Wetterdienstes so aufbereitet, dass man das Kästchen, an den PC anschließen kann und auf dem Bildschirm die Wetterdaten für die Nord- und Ostsee, Sturmwarnungen, nautische Nachrichten usw. erscheinen. Nur: wenn das „Kästchen” keinen sauberen Empfang hatte, dann sind die Daten verstümmelt, dann kommen nur kryptische Meldungen mit allem, was die ASCII-Tabelle zu bieten hat, aber für unsereins nicht mehr verständlich. Man muss eben auf dem Schiff einen Platz suchen, auf dem das „Kästchen” einen klaren Empfang hat, daran erkennbar, dass das Blinken ganz intensiv und dauerhaft ist. Und meistens klappt das ja auch ganz gut.

Donnerstag, 5. August: Wir bleiben wohl heute „zuhause”, sprich im Hafen. Ein Blick aus dem Eingang zeigt, wie es heute aussieht: Regen, Regen und nochmals Regen. Aber die Hoffnung wächst: der Druck klettert konsequent von 1008 hPa um 04.00 Uhr morgens auf über 1015 hPa abends um 20 Uhr an. Das Thermometer bewegt sich zwischen 23,9 ̊C und abends 21,2 ̊C, also gar nicht mal so wenig. Obwohl: es ist ja eigentlich August, da erwartet man tagsüber brüllende Hitze. Von der ist hier nichts zu spüren.

Freitag, den 6. August: Wir nehmen unser Herz in die Hand und starten morgens um 10.30 Uhr zu unserem 1. Törn nach Lelystad. Aber erst einmal heißt es tanken, an der kleinen Tankstelle im Uitdamer Hafen. Fünf Minuten dauert es, dann sind wir fertig. Und dann raus aus der ebenso kleinen Hafeneinfahrt in Uitdam. Hier ist alles klein, auch die einzelnen Becken, teilweise jedenfalls. Und deswegen findet man große Schiffe auch nur im Außenbecken, direkt nach der Einfahrt. Jetzt werden die Segel gesetzt, nach den zwei Einfahrtstonnen auf jeder Seite. Wir haben Südwest-Wind, Stärke 2-3, fast zu wenig zum Segeln, aber für den Anfang erst mal ganz gut. Um 11.16 Uhr kommen wir am „Elefant von Marken” vorbei, dem charakteristischen Leuchtturm, der als beliebte Landmarke dient.

Kurz nach eins ziehen wir die Segel wieder ein, um im Schleusengewässer auf der anderen Seite des Markermeeres mit dem Motor fahren zu können. Segeln ist hier sowieso verboten, die Maschine muss es machen. Um halb drei erreichen wir das Schleusen-Vorbecken, jetzt heißt es warten und Geduld zeigen. Aber die Niederländer haben ihre zwei Schleusen am Deich zwischen dem Ijssel- und dem Markermeer gut im Griff, wir warten nicht lange. Hier ist alles großzügig ausgebaut, die Holländer sind sich der wirtschaftlichen Bedeutung des Segeltourismus bewusst.
Viertel nach drei verlassen wir die Schleuse am Nordeingang, um von dort aus die Flevo-Marina anzusteuern. Am Meldesteiger angelegt, holen wir uns einen freien Platz im Hafenbüro und um sechzehn Uhr liegen wir am Steg13, Platz A09. Unsere 1. Tour mit dem neuen Schiff, wir sind ganz stolz auf uns.
Später kommt Regen auf, der Rest des Tages verläuft in Ruhe,

Sonntag, den 8. August, treibt es uns nach Lemmer, der östlichsten Stadt des Ijsselmeeres. Da die Strecke nicht all zu groß ist, fahren wir erst spät los, um die Mittagszeit. Eine Viertelstunde danach sind die Tücher schon oben. Da man auf „de Widzi” alles von der Plicht aus steuern und bewegen kann, was für das Segeln relevant ist, muss keiner raus, um Segel zu setzen oder später eventuell zu reffen. Ein echtes Ein-Hand-Schiff! Kurz vor zwei Uhr liegt Urk steuerbord querab und um halb fünf erreichen wir den Meldesteiger von Lemmer. Wenige Minuten später haben wir einen Platz in einer Box des Jachthavens Marina Lemmer. Angefangen mit Windstärke 2 Bft und später auf 4 sich steigernd, zuerst aus Südwest, später Nord-Nordwest-drehend war das ein schöner Segeltag. Auf raumem Kurs segelt sich das Schiff am besten. Andere Richtungen werden wir noch „erfahren” müssen. Der Seewetterbericht sagt Schauerböen voraus und anfangs vereinzelt Gewitter. Wir sind trotzdem gefahren, ob wir nass geworden sind, kann ich jetzt heute, während ich die Reportage schreibe, nicht mehr beantworten.

Montag und Dienstag machen wir Ruhetage in Lemmer. Die quirlige Stadt mit dem schönen Altstadtkern und dem Kanal quer durch die Stadt ist so für sich schon sehr faszinierend. Entsprechend voll mit Touris ist es deswegen nachmittags bis in die Abendstunden schwierig, einen Platz in einem der zahlreichen Lokale am Kanal Zijlroede zu bekommen, der quer durch die Stadt geht. Wer sich unbedingt zeigen will, der fährt durch diese Wasserstraße zum Prinses Margrietkanaal, aber es geht auch einfacher durch die Prinses Margrietsluis. Diesen Weg lernen wir erst 2012 kennen, bei der Überführung in die Ostsee.

Dienstag, den 10. August führt uns der Wind aus der Lemmerbucht heraus nach Stavoren, also mehr weniger ziemlich genau nach Westen und dann etwas nördlich. Bei Windstärke 3-4 und einem Seegang von 2-3 können wir zuerst allein mit der Genau, später auch dem Groß, über drei Stunden segeln. Am Ende der Tolur müssen wir auch mal den Motor anmachen, es war wohl etwas „durchwachsen”, was Maschine und Segel zusammen leisten mussten. Viertel vor vier sind wir am Meldesteiger und fünfundzwanzig Minuten später haben wir eine Box.

Stavoren: ein Hafen mit Erinnerung. Als wir - wann genau war das? - mit der Hobbit in Stavoren waren, auf dem Binnenwasserkanal Richtung Johann Frisosluis, brach in eben dieser Schleuse der Mitnahmestift der Außenborderschraube. Die hinter uns liegenden Schiffe versuchten, um uns herum zu fahren, was auch den meisten gelang, während wir uns an der Schleusenmauer festhielten, ohne Antrieb. Ein netter Deutscher mit Ehefrau, beide schon etwas älter und erfahrener, nahmen uns ins Schlepptau ihres Motorsegler und brachten uns durch die Schleuse in die Marina Stavoren (Buitenhaven). Dort konnten wir erst mal den Motor reparieren, was bei der Menge Erfahrung, die wir durch zahlreiche Ausfälle schon gesammel hatten, schnell geschah.
Ansonsten liegt die Marina außerhalb des alten Städtchens, das ein seinem Kern ebenso entzückend und beschaulich, wenn auch nicht so groß wie Lemmer ist.

Auszug aus Manfred Fenzl: Das Ijsselmeer, S. 54: ”Stavoren war vom 9. bis zum 14. Jahrhundert eine blühende Hafenstadt. Sturmfluten und die zunehmende Versandung des Hafens beendeten den Wohlstand der Stadt. Die Legende vom ‘Het Vrouwtje van Stavoren’ erzählt dazu: Eine reiche Witwe gab einem Kapitän den Auftrag: ‘Bring mir das Kostbarste, was es auf dieser Erde gibt!’ Nach langer Zeit kam der Kapitän zurück und brachte ein Schiff, voll beladen mit Getreide. Die Witwe geriet in Wut und ließ das Getreide vor dem Hafen über Bord werfen. Das Getreide spülte den Hafen dicht, und von diesem Zeitpunkt an ging es mit der Stadt bergab. Das ‘Vrouwtje van Stavoren’ steht immer noch am Hafen - als Denkmal.”
Dienstags und Mittwochs erfährt Barbara erste Unterrichtungen in der Handhabung des Motors: Starten, Leerlauf, Vorwärts- und Rückwärtsfahren und die Maschine ausmachen.

Donnerstag, der 12. August, ist wohl ein weiterer Ruhetag in Stavoren. Der Verklicker ist defekt, der Radarreflektor an einer Stelle abgerissen. Die Werft hat keine Zeit, das zu richten. Deswegen sind wir doch überhaupt nach Stavoren gefahren! Die Werft: „Nächste Woche.” Dabei habe ich schon den teuersten Verklicker aus Edelstahl gekauft.
Wir sind frustriert, für die Werft ist das doch keine große Sache. Und beschließen, am nächsten Tag, Freitag, den 13. August, nach Hindeloopen zu segeln. Dort gibt es ebenfalls eine Reparaturwerft.

Kurz vor elf Uhr sind wir schon auf dem Wasser, nach wenigen Minuten sind die Segel ob. Kurz vor 12 Uhr wird die Genua „krisselig”, was darauf hindeutet, dass sie sich aus der Halterung an der Mastspitze gelöst hat und nach unten rutscht. Da hier jedoch schon Segel steht, kann die Genau nicht durchrutschen, aber oben ist sie eben auch nicht mehr gespannt. Wir rufen in Hindeloopen an und vereinbaren einen Reparaturtermin am Kran, wobei dann auch gleich der Radarreflektor neu angebunden werden kann. Auch der Verklicker wird gerichtet, einschließlich großzügigem Trinkgeld kostet die Angelegenheit ca. 130 Euro. Wir hoffen, dass jetzt Ruhe ist und der Urlaub nicht durch ständige Reparaturen belästigt wird.

Für Freitag, Samstag und Sonntag hat das Logbuch keine Einträge. Wir haben wohl die Zeit in Hindeloopen verbracht, dem „Köln vom Ijsselmeer”, weil da so viel Schwarzgeld untergebracht ist. Und man sieht schon edle und noble Yachten, wir laufen da eher unter „Nicht-das-Hingucken-wert”! Aber in Hindeloopen gibt es auch ein nettes Restaurant, weiter hinten, an der Kirche, ein nettes, aber teures Lokal im Hafen, und eben die kleine Stadt mit der Lügenbank am Hafen.

Montag, am 16. August, geht es zurück nach Uitdam. Barbara zieht es zurück an den heimischen Schreibtisch, wahrscheinlich muss sie noch etliche Berichte schreiben und braucht dafür ihr Zeit und ihre Ruhe. Es wird ein Motortag, von Hindeloopen nach Uitdam. Der Wind mit 1-2 Bft lässt einigermaßen schnelles Segeln nicht zu. Um viertel nach zwei sind wir vor Enkhuizens Compagniehaven, dann um viertel vor drei an der Schleuse. Es geht hier flott zu, die Schleuse funktioniert wie die in Lelystad. Zwischendurch hat der Motor mal Aussetzer, wie es scheint in der Schleuse. Jedenfalls steht es so im Logbuch. Wir werden abgeschleppt. Da die Sonne scheint, ist alles nicht so schlimm. Wie wenn es auch immer an die Hobbit-Zeiten erinnert. Kurz vor halb sieben kommen wir in Uitdam an, da wir einen festen Liegeplatz haben, spielt das keine Rolle, dass es schon spät ist. Gute siebeneinhalb Stunden waren wir jetzt mit der Maschine unterwegs.
Ob wir noch am Montag oder erst am Dienstag zurück gefahren sind, weiß ich nicht mehr.
Jedenfalls geht es für mich gleich weiter mit Rolf, dem Krefelder, den ich am Mittwochmorgen abhole, um nach Uitdam zu fahren,
Wie es scheint, existieren von diesem Urlaub keine Bilder, was eigentlich nicht sein kann.
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update: 19.10.2018                                                                                                                                zurück zum Inhaltsverzeichnis     zurück zur Hauptseite