Törnbericht 2012:
Vom Ijsselmeer in die Ostsee

 

Inhaltsverzeichnis

Mi., 09. Mai: Ankunft in Andijk

Do., 10. Mai: Yachthaven Iselmar

Fr., 11. Mai: Leeuwarden

Sa., 12. Mai: Oostmahorn

So., 13. Mai: Ruhetag in Oostmahorn,

Mo., 14. Mai: Groningen

Di., 15. Mai: Emden

Mi., 16. Mai: Leer

Do., 17. Mai: Yachtclub Papenburg

So., 20. Mai: Bederkesa

Mo., 21. Mai: City-Sporthafen

Di., 22. Mai: Geesthacht auf der Elbe

Do., 24. Mai: Marina am Stau in Lübeck

 

Vorbemerkung:

Fünf Jahre Marker- und Ijsselmeer: das sind mir und meiner Frau nun erst mal genug. Zum „Üben" und sich als Team aufeinander ein zu spielen war es gut. Wir kennen jetzt jeden Hafen zwischen Uitdam und Makkum, na ja, wenigstens jeden größeren. Die Schleusen in Enkhuizen und Lelystad sind wir von Nord nach Süd und von Süd nach Nord durchgefahren, haben im Uhrzeigersinn die Küstenstädte abgeklappert, einen Sommer lang sogar die Randmeere (auch sehr reizvoll!) oder im nächsten Jahr im Gegenuhrzeigersinn. Wir haben den Ausbau von Urk mit angesehen, kennen die Lokale in Medemblik, mehrere Häfen in Lelystad. Volendam sollte sich jeder Ruhesuchende ersparen - einmal und NIE wieder. Enkhuizen haben wir bis auf zweimal zunehmend mehr gemieden, weil es relativ überlaufen ist. Jeder muss nach Enhuizen! Man könnte fast sagen: Enkhuizen sehen und sterben, aber so ist es natürlich nicht.

Deswegen haben wir uns entschlossen, den Liegeplatz zu wechseln und in die Ostsee über zu siedeln, weil das Revier größer ist und langfristig mehr Möglichkeiten mit Mecklenburg-Vorpommern, Dänemark, Schweden und Norwegen bietet. Dazu kommt das Sprachproblem: es ist uns nicht gelungen, so viel von der Sprache unseres europäischen Nachbarn zu lernen, dass wir uns verständigen könnten. Wir bekommen zwar manches mit, schriftliches besser als mündliches, aber nicht alles und nicht immer das entscheidende. Wenn es "hart auf hart" kommt, stehen wir außen vor. Viele Holländer sprechen zwar mehr oder weniger deutsch, aber lassen oft auch spüren, was sie über die Niederländisch-Kenntnisse ihrer Nachbarn denken.

Törnberichte

   
   
2019 Törnbericht 2019: Gotland
2018 Törnbericht 2018: Polnische Ostseeküste bis Danzig
2017 Törnbericht:  Deutsche Ostseeküste bis Flensburg
2016 Als Einhandsegler Richtung Kattegat - Dänemarks Norden
2015 Von Polen bis Heiligenhafen
2014 Einmal Lübeck-Dänische Südsee-Bornholm-Usedom
2013 Bis Rügen und zurück
2012 Vom Ijsselmeer in die Ostsee
  Sommertörn Ostsee
2011 Vom Ijsselmeer ins Watt
2010 Von Hamburg ins Lauwersmeer
   
  Törnfotos
  Bücherkiste
  Links
  Marinas und Häfen
   
  Wörterbuch
   
   
   
  zurück zur Hauptseite

 

Die ursprüngliche Planung

Der erste Teil der Strecke über die Staande Mastroute ist uns wohlbekannt, sind wir doch diesen Weg bei der Überführung 2010 von Oostmahorn im Lauwersmeer nach Uitdam im Markermeer schon einmal gefahren, nur in anderer Richtung. Das hieße also über diese Route mit stehendem Mast von Andijk über Lemmer nach Oostmahorn, durch Leeuwarden und Dokkum. Das Lauwersmeer ist mit seiner Robbengatsluis dann der Übergang zur Nordsee.

Wie soll es dann auf dem Weg in die Ostsee weitergehen? Von Oostmahorn nach Borkum, von dort über Norderney nach Cuxhaven, dann Brunsbüttel als Eingang zum Nord-Ostsee-Kanal, danach Kiel-Holtenau, weiter über die Ostsee (Heiligenhafen) und Großenbrode nach Lübeck?

Oder von Oostmahorn über die Staande Mastroute weiter bis Delfzijl, von dort über die Ems in die Nordsee nach Borkum, und weiter wie oben? Immerhin spielen beim Weg über die Nordsee noch einige andere wichtige Parameter mit: neben dem Wind sind es vor allem die Gezeiten, und wie diese mit Windrichtung und -Stärke „zusammen passen". Die kritischen Punkte sind dann die Seegatten, bei denen man aus dem Schutz der Inseln raus fährt auf die offene Nordsee. Und diese Seegatten sind nicht ohne, das haben wir bei der Herfahrt vor zwei Jahren bei Norderney erfahren.

Andererseits: die Staande Mastroute mit ihren Brücken und Öffnungszeiten dauert auch. Und so mache ich Pläne: wie sehen die einzelnen Tourenabschnitte aus, an welchen Tonnen fahren wir vorbei, wie sind die Gezeiten in Lauwersorg, Borkum, Norderney und Cuxhaven, wann müssen wir dann aus dem Hafen raus und in den nächsten möglichst wieder rein usw. usf. Daneben besorge ich per Portmaps http://www.portmaps.com Luftbilder von den Häfen, so dass wir wenigstens eine ungefähre Orientierung haben.

Auch die Lichtverhältnisse sind wichtig: wann ist Sonnenaufgang, wann Sonnenuntergang? Wie groß sind die täglichen Distanzen? Welche Alternativen gibt es, wenn wir an einem bestimmten Tag nicht ankommen? Ich muss also Zeitfenster von drei oder vier Tagen schaffen, in denen die Gezeiten so „passen", dass wir nicht in aller Herrgottsfrüh raus müssen und in der Nachtschwärze ankommen. Dann gibt es ja noch den Nord-Ostsee-Kanal mit seinen eigenen Regeln und Häfen. Und schließlich: wenn wir aus Kiel-Holtenau raus sind, fahren wir durch zwei Schießgebiete in der Ostsee. Wann sind die Schießzeiten und wann schweigen die Kanonen? Und welche Entfernungen schaffen wir an einem Tag? So kommen nach langem Hin- und Her endlich vier Karten zusammen, mit den wesentlichen Details.

..........

Die Durchführung

Mi., 09. Mai: Ankunft in Andijk

Bahnhof Duisburg: Um 12:44 Uhr soll sein Zug aus dem Süden der Republik kommen, ich bin schon ganz gespannt auf ihn, meinen Schwager und Segelkameraden Bernhard, der mit mir die Überfahrt von Andijk am Ijsselmeer in die Ostsee nach Lübeck wagen will. Das hat er mir damals versprochen, bei den ersten Gesprächen zum Kauf des Schiffes, als diese Frage dann gleich auf der Tagesordnung stand. Und da kommt er, groß, grauhaarig und bärtig, und nach kurzer, herzlicher Begrüßung gehen wir zum Auto und ab nach Andijk.

.........

Do., 10. Mai: Über das Ijsselmeer nach Lemmer, Yachthaven Iselmar

Nach einem guten und gemütlichen Frühstück legen wir gegen 12.30 Uhr ab und tuckern langsam aus dem Hafen heraus. Einiges musste noch mit der Hafenverwaltung geklärt werden, der Schlüssel (Key-SEP) abgegeben, das Pfand in Empfang genommen werden usw. usw. Und Tanken war auch noch angesagt.

Segeln besteht immer aus einem großen Haufen von vielen Kleinigkeiten, die alle wohlüberlegt und -sortiert in Angriff genommen werden sollen. Nur keine Hektik! Einkaufen mussten wir auch noch einiges, schließlich versorgen wir uns an Bord im wesentlichen selbst und Essengehen wird wohl die Ausnahme bleiben. Zum Glück gibt es im ca. 3 km entfernten Dorf einen gut sortierten Supermarkt, bei dem alles Notwendige preiswert erstanden werden kann. Beim Einkaufen denke ich an Uitdam. Da hatte man öfters das Gefühl, in einer Apotheke zu sein, jedenfalls was die Preise betraf. Aber Monopole gibt es eben auch in den Häfen, auch wenn sie nur klein sind!

Vor dem Ablegen kommt wie immer das Gefühl von Spannung auf. Der Wind ist auch im Hafen nicht gerade schwach, und die letzten bzw. nächsten Handgriffe vor dem Ablegen gehen durch meinen Kopf. Wie war das nochmal mit dem Anlassen? Und wie breit ist der Raum zwischen den Buchten? Wo kommt der Wind her? Ist er böeig? Ich kontrolliere nochmals meine nähere Umgebung, während Bernhard am Bug wartet. Auf mein Kommando hin macht er die Leinen los. Langsam fahre ich zurück und ziehe das Boot aus der Bucht, im richtigen Winkel, um weder vorne noch hinten anzustoßen. Dann einmal Ruder gewendet und jetzt kräftig Schub nach vorne, bis wir in das weitere Hafenwasser stoßen. Die letzten Meter von Andijk lassen mich an die vielen Aufenthalte hier und das eine Jahr Liegeplatz zurückdenken. Es war ein schönes Jahr, und Andijk wird uns immer in Erinnerung bleiben, allein schon wegen der sehr gepflegten Wasch- und Toilettengelegenheiten.

Draußen in der Bucht von Andijk-Medemblik erwartet uns ein Wind von 5-6 Bft aus Südwest, in Böen 7 bis 8, also ideal, um nach Lemmer segeln zu können. Es rauscht nur so dahin! Deswegen sind wir bereits kurz vor der 16 Uhr an der Prinses Margrietsluis in Lemmer, einer der großen See-Land-Schleusen in Holland. Ein riesiges Schubschiff liegt vor uns, aber daneben und dahinter passen noch einige kleinere, so wie wir.

..........

Fr., 11. Mai: Auf dem Prinses Margriet Kanaal von Iselmar nach Leeuwarden

Am nächsten Morgen hat der Wind kräftig aufgefrischt, mit 24 kn oder 44 km/h sind wir froh, auf den Kanälen zu sein. Zugleich hat die Lufttemperatur wieder abgenommen, es sind gerade mal 16°C. Dafür sollen es heute bis zu 8 Sonnenstunden werden. So legen wir gegen halb elf von Iselmaar ab, und suchen erstmal die nahe gelegene Tankstelle auf. Ein dickes Motorboot zwingt uns, vor der Tankstelle einige Runden zu drehen. Wegen des Windes klappt das Anlagen erst nach zwei Anläufen, aber dann liegen wir fest. Die Datenübermittlung per elektronischer Abbuchung klappt nicht, nach dem zweiten Versuch zahle ich bar. Im Hinterkopf denke ich: wo ist der nächste Geldautomat?

........

Sa., 12. Mai: Von Leeuwarden über Dokkum nach Oostmahorn

Kurz nach 10 Uhr geht es am nächsten Morgen wieder los, zurück auf die „Hauptstraße", den Van Harinxma Kanaal, dann durch Leeuwarden’s gefühlte hundert Brücken hindurch Richtung Dokkum. Gleich nach der "Einfahrt" motoren wir einen langen Kanalabschnitt mit vielen Anglern entlang, dahinter gut gepflegte Wohnblöcke. Leeuwarden bietet auf diesem Kanalabschnitt alles: Wohngegenden wechseln sich mit Industriegelände ab, man fährt gewissermaßen fast durch die Innenstadt, dazwischen im Zentrum ein großer Park, an dessen Ufer man sogar festmachen kann, Stromversorgung inclusive. Schöne Häuser am Kanal haben gepflegte Vorgärten, in denen von Zeit zu Zeit Kunst (oder ist es der friesländische Humor?) ausgestellt ist: die lila-schwarz-weiße liegende Kuh, oder Kleinschmuck an Häusern und Bäumen. Ich kann sie mir richtig vorstellen: die stolzen Hausbesitzer sitzen hinter ihren gardinenlosen Fenstern und genießen bei einer warmen Tasse Tee die tägliche Schiffsparade.

Aber auch die Brücken sind nicht zu verachten: es sind nicht einfach Straßenüberquerungen, sondern technische Kunstgegenstände. Vor allem die Slauerhoffbrug fasziniert: mit ihren zwei Seitenarmen hebt sie das ganze Straßenstück schräg in die Luft, gehalten und ausgewogen von einem gigantischen Gegengewicht. Hier verbindet sich Technik mit Ästhetik.

Überall in der Stadt gibt es vor den Brücken Anlegestellen, wer Zeit hat, kann auch mal schnell einen Stadtbummel machen oder Einkaufen gehen. Wir stehen aber weiter unter Zeitdruck: noch immer wissen wir nicht genau, was nach Oostmahorn kommt. Und das Wetter: stimmen die Prognosen der letzten Tage? Und hält sich das Wetter an die Prognosen? Fragen über Fragen!

..........

So., 13. Mai: Ruhetag in Oostmahorn, Entscheidung für die weitere Staande Mastroute bis Delfzijl

Nach dem anstrengenden gestrigen Tag gönnen wir uns eine Pause. Die brauchen wir, haben wir doch noch einiges in Ruhe zu klären. Draußen scheint zwar etwas die Sonne, aber die Temperaturen schwanken nur zwischen 11 und 15 °C. Der Wind weht schwach und der Hochdruck fällt. Droht uns etwa schlechtes Wetter?

.........

Jetzt haben wir endlich gemeinsam die Zeit, uns über die entscheidende Frage auszutauschen: nehmen wir den Seeweg oder den Landweg? Oostmahorn ist der vorletzte Punkt, um auf die Nordsee raus zu kommen. Den letzten Punkt erreichen wir mit Delfzijl, dann könnten wir über Borkum auch noch auf die Nordsee. Die bisherige Planung sah ja vor, über Oostmahorn in die Nordsee zu kommen und dann über einen Zwischenstopp in Borkum in Norderney zu landen. Dort wäre dann der Fahrt nach Cuxhaven der Nord-Ostsee-Kanal ab Brunsbüttel gefolgt und ab Kiel-Holtenau wären wir durch die Ostsee gesegelt, mit Stopp in Heiligenhafen, Großenbrode oder Grömitz, bis zu unserem neuen Heimathafen Lübeck. Das war das, was geplant war und in langen Stunden detailliert ausgearbeitet wurde: Länge der Strecke, die Gezeiten, die gefährlichen Stellen usw. usf.

Oder fahren wir über die Binnenroute: auf der Ems in die Weser, dann über verschiedene Kanäle in die Elbe und nach Hamburg in den Elbe-Lübeck-Kanal, um nur die wichtigsten Wasserstraßen zu nennen. Diesen Weg kenne ich nicht, allerdings muss ich auch zugeben, mich mit dieser Alternative gar nicht befasst zu haben, weil sie mir gar nicht in den Sinn gekommen war.

Bernhard holt die Mitteleuropäische Wasserstraßenkarte aus seinem Gepäck heraus und da steht alles schwarz auf weiß bzw. in bunt: wir kommen mit gelegtem Mast auch über die Ems, den Dortmund-Ems-Kanal, den Küstenkanal, dann die Weser, weiter über den Schifffahrtsweg Elbe-Weser, die Elbe und zuletzt den Elbe-Lübeck-Kanal in die Ostsee. Die Karte überlässt mir Bernhard dankenswerterweise als Geschenk. Zum Glück (?) messen wir die Länge der Strecke nicht nach: die alte Planung von Oostmahorn über die Nordsee, die Elbe bis Brunsbüttel, den NOK und dann durch die Ostsee war bei 680 km angekommen. Die „neue" Strecke über die Kanäle und Flüsse umfasst mindestens 810 km. Das sind mindestens 130 km mehr, also ca. zwei Tagesfahrten.

Aber die Entfernung ist nur ein Entscheidungskriterium unter mehreren: Wie wird das Wetter? Die große Unbekannte! Was ist, wenn wir auf Borkum oder Norderney wegen Starkwind oder Ostwind nicht rauskommen und tagelang festgehalten werden? Auf Vlieland konnten wir im Sommer 2011 sechs lange Tage den Hafen nicht verlassen, mit Windstärke 6 bis 7 war uns das für den Weg durchs Wattenmeer zu viel. Die Hoffnung zu hegen, „da draußen werde es schon nicht so schlimm sein", oder aus irgendwelchen Gründen werde der Wind abnehmen, führt ins Abseits. Selbst wenn der Wind abnimmt, hat man auf dem Wasser noch lange mit den aufgewühlten Wellen, also dem Seegang zu tun. Und wenn man einmal aus dem Hafen ist, kann der Weg zurück genau so beschwerlich sein wie die ersten Meter aus dem Hafen raus. Wenn man sich dann für’s Weitermachen entscheidet, wird es für Schiff und Mannschaft unter Umständen sehr hart. Bei Ostwind nach Norderney: Wird dann aus dieser Fahrt, dem längsten Streckenabschnitt, statt einer 10-Stunden-Tour eine 15-Stunden-Tour? Und: Wir sind auch nicht mehr die Jüngsten. Bei 10 °C Lufttemperatur werden 10 Stunden mit Windstärke 4-5 schon anstrengend genug.

Dagegen spricht vieles für die Kanal-Route: das Wetter kann uns im Wesentlichen egal sein, der Wind sowieso (denken wir), und der Unterschied in den Kilometern ist ja auch nicht so gravierend. Die zwei Tage mehr auf der Binnenroute könnten leicht überboten werden, wenn wir auf den Inseln festhängen.

Und dann der NOK: wie schnell geht das Schleusen hier? Später bekommen wir mit, dass mit Bauarbeiten in Brunsbüttel große Wartezeiten verbunden waren. Und schließlich der Seeweg in der Ostsee selbst: auch hier sind wir wieder auf günstiges Wetter angewiesen. Auch wenn wir die Schießgebiete nicht weiträumig umfahren müssen, die Strecke braucht für sich allein mindestens drei Tage.

Aber: der Landweg bedeutet auch, den Mast zu legen. Das sind mindestens drei Stunden Arbeit und nachher noch einmal, wenn das ganze Rigg wieder aufgebaut werden muss. Das heißt, den Baum ab zu montieren, die Wanten zu lösen, alles tipp topp auf der Maststütze festmachen und verklaren, festbinden, was festzubinden ist und am Ende der Reise das Ganze anders herum. Auch nicht ohne! Andererseits: wer’s öfters macht, bekommt auch Training und lernt sein Schiff besser kennen.

Wir entscheiden uns (vorerst) für den Landweg. .........

Mo., 14.05: Von Oostmahorn auf dem Reitdiep nach Groningen

„Früh" um 9.20 Uhr lassen wir den Motor an und fahren in Oostmahorn erstmal an die Tankstelle, um alles voll zu machen, was Diesel fassen kann. Danach geht es Richtung Slenk in das Fahrwasser Zoutkamperril, dann das Reitdiep, das uns bis nach Groningen führt. Vor der Plantaanbrug ist um 14.37 Uhr erstmal Schluss, aber nur kurz. Auch die anderen folgenden 2 Brücken halten uns nicht lange auf. Einmal verfahren wir uns und landen in einem Stichkanal mit vielen Wohnbooten, also umgebauten Lastkähnen. Vor der Herman Colleniusbrug machen wir mitten im Stadtzentrum fest. Strom gibt’s an der Anlegestelle auch, vor und hinter uns haben auch etliche Eigner keine Lust oder Kraft mehr, weiter zu machen.

........

Di., 15. Mai: Auf dem Eemskanaal von Groningen über Delfzijl nach Emden

Früh um halb acht ist der Druck schon auf 1010 hPa gefallen, es hat gerade mal 9 °C draußen und sieht ungemütlich aus. Aber jeder Segler kennt ja den Spruch: Es gibt kein falsches Wetter, es gibt nur falsche Kleidung! So hüllen wir uns nach dem Zwiebelschalenprinzip warm ein, Überhose, dicke Regenjacke, darunter eine dicke Jacke, Schal und Mütze, und darauf noch die Rettungsweste, Handschuhe nicht zu vergessen. Ja, auch auf den Kanälen haben wir Rettungswesten an. Wer reinfällt, wird schnell auskühlen. Dann hält die Rettungswest wenigstens oben. Ausprobiert haben wir es allerdings nicht, dafür war es uns zu kalt. Also: Vorsorge!

Nachdem wir die restlichen 10 Groninger Brücken unterquert haben, mit weniger kurzen oder längeren Wartezeiten, aber alles im allen recht flüssig, kommen wir über den Eemskanal und die Große Seeschleuse von Delfzijl in den Außenhafen von Delfzijl, an dem der Segelverein Neptunus eine Tankstelle betreibt. Dort angelegt, gelingt uns nicht, einen Tankwart aufzutreiben. Telefonisch haben wir auch keinen Erfolg. Also füllen wir den Haupttank aus unseren drei Reservekanistern und wagen die Fahrt nach Emden. Damit haben wir uns endgültig von der Seeroute verabschiedet. Die Entscheidung fällt uns nicht schwer, sieht doch das Wetter nicht einladend nach einer Fahrt Richtung Borkum aus. Es ist kalt, der Himmel grau in grau, Wolken jagen darüber hinweg und hin und wieder kommen einige Tropfen von oben.

Kaum sind wir aus dem Seehafenkanal auf die Ems gelangt, geht es schon richtig zur Sache. Wir fahren bergauf und Wind steht gegen Strom. Das heißt: heftige Wellen auf der Ems, und kein ruhiges Dahingleiten. Das haben wir so nicht erwartet und zeigt uns, dass auch ein Strom wie die Ems eine Herausforderung sein kann.

.......

Mi., 16. Mai: Auf der Ems von Emden nach Leer

Da jetzt die Entscheidung für die Landroute endgültig gefallen ist - Seeweg ade - brauchen wir „die Bibel", wie wir das Buch später taufen: Manfred Fenzl’s „Vom Rhein zur Nord- und Ostsee". Irgendwo auf dem langen Weg der Vorbereitung ist es untergegangen, aber jetzt steht dieses Buch an oberster Stelle unserer Dringlichkeitsliste. Und das heißt: am nächsten Morgen in die Stadt fahren und das Buch besorgen, koste es, was es wolle. Der Versuch, am Nachmittag noch mit dem Bus in die Stadt zu kommen, scheitert, es ist bereits zu spät. Im Emden scheint man früh die Bürgersteige hochzuklappen.

Deswegen früh am Morgen der 2. Versuch, das Buch zu bekommen. Es ist stürmisch, regnerisch und hat gerade mal 8 °C draußen, wo gestern doch noch am späten Nachmittag die Sonne geschienen hat. Wir gönnen uns das erste mal ein Taxi. Unser erster Versuch in einer großen Buchhandlung in der Innenstadt führt nur zu einem Scheinerfolg: in zwei Tagen könnte das Buch da sein, sagt uns die freundliche Buchhändlerin. Zur Sicherheit und damit wir nicht vollends mit leeren Händen dastehen, nehmen wir den KVplan "Wasserwandern in Ostfriesland" mit. Da hätten wir zwar auch einiges an Informationen gefunden, aber die "Bibel" kann dieses Heftlein bei weitem nicht ersetzen. Wir entschließen uns, in Emden weiterzusuchen und die Segelausrüster ab zu klappern. Tatsächlich: in einer Seitenstraße entdecken wir einen nach außen unscheinbaren Laden, das Innere umso umwerfender, alles da, Leinen, Fender, Karten ... und das Buch. Vor lauter Glück umarmt Bernhard die Verkäuferin und drückt ihr dicke Komplimente in die Hand und einen Kuss auf die Backe. So viel Dankbarkeit hat die Mitarbeiterin in diesem Geschäft sicher noch nie erfahren. Erst später wird mir klar, dass Johann Heinrich Schmeding in der Bollwerkstraße 4, Schiffs-, Werft- und Industriebedarf, in Emden eine erste Adresse ist. Eine alteingesessene Familie mit einer langen Tradition und Verbundenheit mit der Stadt.

.........

Do., 17. Mai: Fahrt von Leer nach Papenburg, Yachtclub Papenburg

Am nächsten Tag haben wir zum ersten mal richtig Wärme um uns: morgens kurz vor neun hat es schon 18,4 °C. Das kann ja noch heiter werden.
Drei Stunden brauchen wir, um den Mast zu legen. Es ist ja nicht nur der Mast, auch der Baum muss ab, ebenso die Wanten gelöst, Taue eingeholt oder los gemacht werden. Der Mast kommt vorne in den Bugkorb und achtern in das Holzkreuz, das das Schiff seit der ersten Überfahrt von Hamburg ins Ijsselmeer 2010 begleitet. Inzwischen jedoch neu gemacht aus stabilerem Holz. Zum Dämpfen kommt noch der dicke Kugelfender unter den Mast, vorne ein Fender in den Bugkorb, darunter ein Kantholz, und dann: sichern, sichern, sichern! Das gesamte laufende Gut wird von achtern bugwärts und umgekehrt um den Mast und die Wanten geschlungen, die Salinge an den Handläufen festgemacht, vor allem die Rollfock noch zusätzlich mit dem Spinnackerbaum gesichert und nochmals Leinen linksherum und Leinen rechtsherum. Zum Schluss kommt noch die Pütz vorne an den Mastfuß, damit sich auf den Stegen keiner weh tut, wenn er mit der Nase dagegen stößt.

........

Wieder sind wir auf einem großen Fluss, befahren von Motorbooten, Schubschiffen und sogar einem Krabbenfänger. Welch ein Unterschied zu den Kanälen! Hier geht es zu wie auf einer einsamen Landstraße mit wenig Verkehr, dort wie auf der Autobahn. Dass die Weser, v.a. die Untere Weser eher noch zu den geruhsamen Flussläufen gezählt werden muss, wird uns bald das Beispiel Elbe lehren. Da wir mit dem Strom fahren, geht es ziemlich flott voran, das GPS zeigt zwischen 7 und 8 kn. Nach einiger Zeit kommt Brake und dann die mächtige und imposante Industriekulisse von Nordenham mit ihren Silos und Kränen. Der Strom wird immer breiter und mächtiger, und am späten Abend erreichen wir die wenigen Anlegeplätze vor dem Geester Sperrwerk in Bremerhaven. Es ist acht Uhr abends, und wir haben die Faxen dicke. Kochen kommt nicht mehr in Frage, also zu Fuß die umliegenden Lokale abklappern. Der nächst gelegene Italiener hat wegen einer Hochzeit Geschlossene Gesellschaft, aber um einige Ecken weiter dem Stadtzentrum zu finden wir ein jugoslawisches Restaurant, den "Paprika Grill", der ganz passabel aussieht. Das Essen schmeckt das Bier noch viel besser und so findet auch dieser Tag einen netten Abschluss.

..........

So., 20. Mai: Von Bremerhaven nach Bederkesa

Kurz nach zehn ist es wieder soweit: wir beide sind bereit für einen weiteren Kanaltag, diesmal auf dem wunderschönen Schifffahrtsweg Elbe-Weser, auch Bederkesa-Geeste-Kanal genannt. Welch ein Kontrast zur Weser: Eine anfangs kurvige Strecke, dann meistens schnurgerade aus mit einigen Biegungen, durch Wiesen und Felder. Hin und wieder sieht man einen Bauernhof. Heide- und Moorlandschaft wechseln einander ab. An der Schleuse Bederkesa-Lintig zahlen wir 8.-€uro Schleusengeld, per Automat. In Otterndorf wird das kontrolliert! Gegen kurz nach zwei kommen wir in Bederkesa an, wo wir es erst mal gut sein lassen für diesen Tag. Schließlich war die Tour bis Bremerhaven lang genug, und heute ist auch noch Sonntag!

........

Mo., 21. Mai: Von Bederkesa zum Hamburger City-Sporthafen

Am nächsten Morgen geht es früh los: um 6:40 Uhr wird die Maschine angeworfen und es geht weiter auf dem Schifffahrtsweg Elbe-Weser, dieser Abschnitt wird nun Hadelner Kanal genannt. So früh, weil die Schleuse Otterndorf tidenabhängig arbeitet: Schleusungen sind nur möglich in der Zeit ca. 1,5 bis 4 Stunden nach HW Brunsbüttel sowie 2 Stunden lang beginnend mit dem Tidenniedrigwasser Brunsbüttel. So steht es jedenfalls angeschlagen beim Hafenmeister Bederkesa, aber auch in der "Bibel".

.......

Auf dem Hadelner Kanal geht es sehr ruhig zu. Selten sehen wir ein anderes Schiff, noch seltener Menschen. Wir fahren in der Morgensonne, begleitet von Enten und anderen Vögeln. Manchmal findet sich eine Gruppe von Schwänen auf dem Wasser. Bis kurz vor acht haben wir gerade mal zwei Menschen gesehen, also eine einsame Gegend. Bauernhöfe, Kühe, manchmal Schafe oder Pferde. Sonst nichts. Die Reise wird zum Ziel: Sonne voll, kaum Wolken, unser Volvo-Penta schnurrt dahin, es ist ein Frieden ringsum. Auf dem Deich frisch gemähtes Gras, dieser Duft, einfach gesunde Landluft. Die zahlreichen Brücken stören uns nicht, wir gleiten drunter durch und müssen uns keine Sorgen um Öffnungszeiten machen.

Viertel vor Zehn sind wir an der Schleuse Otterndorf, und um elf sind wir die durch die Schleuse. Danach - auf der Elbe - beginnt das "raue" Leben. Wir kommen auf die Unterelbe und in den die nächsten 7 Stunden dauernden Flutstrom. Und das bei Ostwind! Trotzdem machen wir mehr als 7 Knoten Fahrt, aber die Wellen sind dank des Windes entsprechend hoch.

........

Wegen Wind und Wellen fahren wir stromaufwärts auf der linken Uferseite, wie einige andere vor uns auch, ein Fehler, weil wir sozusagen auf der Gegenfahrbahn fahren. Geisterfahrer auf der Elbe, aber wir wären bestimmt nicht die ersten. Irgendwo vor Hamburg-Altona kommt uns so ein Riesen-Containerschiff entgegen, eine Mords-Bugwelle vorneweg schiebend. Die ist vor allem wegen der Sorgwirkung nicht ungefährlich. Nur Abstand hilft, mit unseren 14 PS wären wir wahrscheinlich zu schwach dagegen. Wir rücken näher zum links gelegenen Ufer. Während wir das Containerschiff passieren - wir haben gerade mal das Vorderschiff hinter uns gelassen -, kommt so ein Heini mit seinem Speedboot auf der selben Seite uns entgegen, noch näher am Ufer. Wir also zwischen den Wellen des Speedbootes links und dem Sog und den Wellen des Containerschiffes rechts. Die Wellen türmen und schaukeln sich gegenseitig auf, unser Schiff schwankt wie wild, bockt wie ein durchgehendes Pferd und droht fast zu kentern. Nur mit größter Mühe und Anstrengung gelingt es mir, Kurs zu halten und nicht dem Ruderdruck nachzugeben.

.........

Di., 22. Mai: Vom Hamburg-City-Sporthafen nach Geesthacht auf der Elbe

Wir wollen es heute bis Geesthacht schaffen, und das sind einige Kilometer stromaufwärts. Da wir gegen 11 Uhr den Strom gegen uns haben, wird es einige Stunden dauern, bis wir unser Tagesziel erreicht haben. Leider können wir uns die Tide nicht aussuchen, dann hätten wir schon um fünf Uhr morgens schon losmachen müssen. Das war uns zu früh. Und tanken mussten wir ja auch.

Draußen hat es 1011 hPa Druck und eine Temperatur von 32,6 °C (unter der Sprayhood!). Es scheint die Sonne und das einzige Problem ist unser Vorrat an Diesel. Das könnte ein schöner Tag werden, aber wie so oft kommt es anders. Also legen wir schnell ab und fahren zur Shell-Tankstelle, die auf einem Bunkerschiff stationiert ist. Und da passiert, was bei diesem Schnell-Schnell und der offenkundigen Rücksichts-losigkeit passieren muss: eine Barkasse fährt in geringem Abstand an uns vorbei, gerade als wir an der Bunkerstation festmachen wollen. Eine zweite Barkasse kommt aus der Gegenrichtung, beide bauen einen Schwell auf, zusätzlich zu dem, der schon im Hafen aufgrund des Windes besteht und das Boot knallt gegen die Wand der Bunkerstation, bzw. deren Gummileisten. Auch noch so kräftiges Abstandhalten von Bernhard und der Tankwartin bzw. unsere vier Fender helfen nicht: an der Steuerbordseite wird die Reling eingedrückt und die darunter liegende Alu-Kante verborgen. Das GfK am Bootsrumpf wird beschädigt. Wir sind sauer, die Tankfrau bestätigt unsere Empörung über so viel Ellbogenmentalität und Rücksichtslosigkeit. Und wir haben genug von Hamburg. Mir jedenfalls ist der Tag verdorben, da kann sie Sonne noch so scheinen. Erst langsam beruhige ich mich, als wir über den Schaden und seine Folgen sprechen. Wir diskutieren sogar, ob wir nicht dem zuständigen Hamburger Senator einen Empörungsbrief schreiben.

........

Gegen halb sieben machen wir beim SV Geesthacht fest. Eine kleine Anlage, aber nette und hilfsbereite Leute, etwas außerhalb der Stadt. Unser Tagesziel - Lauenburg - haben wir nicht erreicht, aber wir mussten auch gegen den Strom ankämpfen, und da waren mehr als 3,5 kn nicht drin. Später, nach dem Gezeitenwechsel, erreichen wir wieder 5 bis fünfeinhalb Knoten, später sogar 6, als die Flutwelle unsere Stromhöhe erreicht. Und die eineinhalb Stunden vor der Schleuse hatten wir auch nicht einkalkuliert. Da es in die Ortschaft zu weit zu gehen ist, kocht Bernhard an Bord, eine leckere Mahlzeit schließt den Tag ab. Nach einem Absacker fallen wir in die Kojen, es war ein langer, erlebnisreicher Tag, der viel zu verdauen hinter sich lässt.

.........

Gegen halb vier Uhr vor Mölln haben wir eine unerwartete Begegnung der dritten Art: ein Motorboot der Wasserschutzpolizei kommt uns langsam entgegen. Nachdem das Boot vorbei ist, dreht es um und fährt auf uns zu. „Seid ihr die, die kein Kennzeichen haben", wird vom anderen Schiff höflich gefragt. Das hat sich wohl schon rumgesprochen. Wir haben nichts zu verbergen, denken wir und geben es offen zu. Einer der Polizisten kommt an Bord und klärt uns über die Pflicht auf, ein Schiffskennzeichen zu haben. Wir spielen die Ahnungslosen, schließlich kommen wir aus Holland, da kümmert sich kein Schwein um irgendwelche Kennzeichen. Aber wir sind in Deutschland und hätten es wissen müssen, wussten es insgeheim auch, weil etliche Schiffe wie wir mit gelegtem Mast und Kennzeichen auf Pappschildern an uns vorbei- oder entgegenfahren sind. Aber wir wollten es drauf ankommen lassen und es ist passiert. Mit 20 € sind wir nochmal davon gekommen, mit der ernsthaften Mahnung verbunden, schnellstens ein Kennzeichen zu machen, zur Not auch auf einem weißen Blatt Papier. Die Mahnung bleibt Hoffnung, wir schaffen es nicht, immer wieder fällt es aus unserem Bewusstsein, und was soll’s: für das selbe „Verbrechen" können wir nicht zweimal verdonnert werden. Also bis Lübeck kein Kennzeichen, und es ist auch keiner mehr gekommen. Dafür haben wir jetzt eine Quittung vom „Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein, Landespolizeiamt, Abt. 4, Wasserschutzpolizeirevier Lübeck-Travemünde, Wasserschutzpolizeistation Ratzeburg, Seestraße 12-24, 23909 Ratzeburg", wie uns der Stempel belehrt.

Irgendeiner von der Schleuse muss uns verraten haben, wenn wir den erwischen ....

.........

Do., 24. Mai: Von der Donnerschleuse zur Marina am Stau in Lübeck

Kurz vor acht heißt es wieder einmal „Leinen los" und durch die Donnerschleuse. Der polnische Schubverband fährt vor uns. Überholen ist zwar möglich, aber zwecklos, weil bei der nächsten Schleuse der Berufsfahrer so wie so vorgelassen wird. Kurz vor neun sind wir an der Schleuse Behlendorf, mehr als eine Stunde Wartezeit, bis der Pole da ist.

In der Schleuse liegt „Regina", ebenfalls ein Schubfrachter. Wir werden gerade noch in die Kammer reingelassen, bevor sich das hintere Schleusentor schließt. Einige Minuten ist Ruhe, solange das Wasser fällt. Während der Öffnung des unteren Schleusentors dreht der Schiffsführer voll den Motor auf - in der Schleuse. Wir werden an die Wand gedrückt und haben große Mühe, Abstand zu halten. Keine Rücksichtnahme, die „Kleinen" stören ja doch sowie nur. Bis zur letzten Schleuse Büssau haben wir keine Chance, „Regina" zu überholen. Einfach zu breit und die Sorgwirkung zu stark. Aber wer weiß: wir haben „Regina" und den Vorfall dokumentiert.

.........

Wir haben es geschafft! Die lange Reise von Andijk im Ijsselmeer bis in die Ostsee, über die Flüsse und Kanäle und durch etliche Schleusen, unter zig Brücken hindurch, an zahlreichen Ortschaften und verschiedenen Landschaften vorbei, mit vielen Begegnungen großer Schiffe und kleiner Kähne, insgesamt ca. 810 Kilometer. Wow!

.........

Aber am nächsten Tag sind auch meine Sachen gepackt und mit dem Taxi geht es zum Bahnhof, ab da mit der Bahn ins Ruhrgebiet, nach Hause. Im Zug habe ich Zeit, die Reise Revue passieren zu lassen. Ich bin froh, dass wir die Binnenroute genommen haben. Die Risiken der Seeroute, die Unwägbarkeiten waren viel größer und mehr. So hatten wir jeden Tag die Sicherheit, wieder ein Stück vorwärts zu kommen, das Wetter hat uns nicht entscheidend bestimmen können, wir hatten es in der Hand, was passiert. Die Reise wurde so mehr zum Ziel als auf dem anderen Weg.

Ende der Kurzfassung

Liste der Brücken
Jann-Berghaus-Brücke vor Leer, H 7,20 m bei Mthw
Eisenbahnbrücke Weener
Cäcilien-Hubbrücke: Durchfahrtshöhe bei MTnw: 2,5 m, bei MThw: 0,5 m, gehoben plus 3,4 m
Eisenbahnklappbrücke Oldenburg: H geschl. 1,9 m bei MThw
Hubbrücke Huntebrück, H: 4,5 m geschl.
Eisenbahndrehbrücke Elsfleth-Orth: H 4,3 m bei MThw.

Liste der Sperrwerke
Ems-Sperrwerk bei Gandersum
Hunte-Sperrwerk
Geeste-Tidesperrwerk

Liste der Schleusen
Prinses Margrietsluis
Schutsluis (i.d.R. immer offen)
Willem Lorésluis
Zeesluisen Delfzijl (alle niederländisch)

Seeschleuse Leer (ab hier alle deutsch)
Seeschleuse Papenburg
Schleuse Herbrunn
Schleuse Bollingerfähr
Schleuse Dörpen
Schleuse Oldenburg
Schiffdorfer Schleuse (steht meistens offen)
Bezahl-Schleuse Lintig vor Bederkesa
Schleuse Otterndorf
Schleuse Geesthacht
Schleuse Lauenburg
Schleuse Witzeeze
Donnerschleuse
Schleuse Behlendorf
Schleuse Berkenthin
Schleuse Krumesse
Schleuse Büssau

SV Leer: letzte Gelegenheit zum Mastlegen

Kurzfassung mit Seitenzahlen.

Bezug auf Fenzl, Manfred: „Vom Rhein zur Nord- und Ostsee"

  • 15.05: Delfzijl-Emden auf der Ems: Umweg zum Z.V. Neptunus (86): gescheiterter Tankversuch, dann über den Zeehavenkanal auf das Emder Fahrwasser bis Emden (YC Emden vor der Schleuse) (85)
  • 16.05. Von Emden (YC Emden vor der Schleuse, 85)) auf der Ems über Ditzum, Midlum, Jamgum nach Leer(77, 79),
  • 17.05. dann über Weener (Eisenbahnbrücke) nach Papenburg (74) durch die Seeschleuse Papenburg bis zum Yachthafen Papenburg (gleich nach der Schleuse)
  • 18.05. Von Papenburg wieder raus auf die Ems (durch die Seeschleuse) Richtung Norden auf den Dortmund-Ems-Kanal (74) an Rhede vorbei durch die Schleuse Herbrunn, die Schleuse Bollingerfähr bis KM 203 [58]: Abzweig Küstenkanal bei Dörpen [58], auf dem Küstenkanal über die Schleuse Dörpen (162) vorbei an Surwold (163) Richtung Oldenburg, Übernachtung bei Marina Yachtcharter Nordwest vor Oldenburg (165)
  • 19.05. Von Oldenburg bis Elsfleth: auf der Unteren Hunte (167), und dort in die Weser, von Elsfleth bis Bremerhaven: auf der Weser (195) über Brake, Nordenham bis Bremerhaven (200),
  • 20.05. Einfahrt in den Schifffahrtsweg Elbe-Weser beim WSA vor der Geester Brücke (204) , von da bis Bederkesa,
  • 21.05. weiter über den Schifffahrtsweg Elbe-Weser (Haldelner Kanal) bis Otterndorf (207), durch die Schleuse Otterndorf in die Unterelbe. unterhalb Cuxhaven bei Otterndorf: In die Unterelbe über Brunsbüttel, Glückstadt, Wedel, bis Hamburg City-Sporthafen
  • 22.05. Hamburg City-Sporthafen (Elbe), dann über die Norderelbe bis Geesthacht (232) (SV Geesthacht)
  • 23.05. Von Geesthacht bis Lauenburg (233), dann auf den Elbe-Lübeck-Kanal bis zur Donnerschleuse (277)
  • 24.05. Von der Donnerschleuse (Elbe-Lübeck-Kanal) bis Lübeck (Marina am Stau)
  • 25.05. Rückfahrt nach zuhause
  • Manfred Fenzl: „Vom Rhein zur Nord- und Ostsee"

    Edition Maritim, Bielefeld, 2012

    Streckenabschnitte mit Seitenzahlen:

    1. Von Delfzijl bis Dörpen auf der Ems und dem Dortmund-Ems-Kanal: S. 86, 87, 84, 85, 83, 80, 81, 79, 77, 58,

    2. Von Dörpen nach Elsfleth auf dem Küstenkanal: S. 162, 163, 164, 165, 166, 167,

    3. Von Elsfleth bis Bremerhaven - Geeste-Mündung auf der Weser: S. 195, 196, 197, 198, 199, 200,

    4. Von der Geeste-Mündung bis Otterndorf auf dem Schifffahrtsweg Elbe-Weser (Hadelner Kanal): S. 204, 205, 206, 207,

    5. Von Otterndorf über die Elbe bis S. 207, 215, 216, 217, 218, 219, 220, 221, 222, 223, 224, 225, 230, 231, 232, 233, 234,

    6. Von Lauenburg bis Lübeck über den Elbe-Lübeck-Kanal S. 277, 278, 279, 281, 283, 286

    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    zurück zum Inhaltsverzeichnis
     
    Gästebuch email           Disclaimer Impressum
    update: 25.03.2019                                                                                                                               zurück zum Inhaltsverzeichnis      zurück zur Hauptseite